
Apple und Viren? Schadsoftware auf dem Mac?
Entgegen vieler Gerüchte und Meinungen, auch seitens Apple, gibt es sehr wohl Trojaner und andere Viren für das Apple Betriebssystem Mac OS X.
Genau wie Windows ist auch Mac OS X vor Viren nicht gefeit. Da es auf UNIX basiert, unterscheiden sich die beiden Systeme zwar sehr stark voneinander, jedoch war es in der Vergangenheit immer wieder möglich durch „Backdoors“, „Exploits“ und verseuchte Emails die unautorisierte Kontrolle über Mac-Rechner zu erlangen.
Gerade in den letzten Wochen wurde immer wieder in den Nachrichten und im Rundfunk davor gewarnt, dass auch Mac-Rechner von Viren befallen werden können, wohingegen es schon seit der Entstehung von Mac OS X immer wieder Sicherheitslücken gegeben hat und immer wieder gibt.
Sicherheitsexperte Andreas Marx, Chef von AV-Test, einer deutschen Sicherheitsfirma, warnte bereits im vergangenen Jahr, dass aufgrund der wachsenden Beliebtheit und steigender Marktanteil von Mac-Rechnern das Sicherheitsrisiko und die Gefahr durch Viren wachse. Im Vergleich zu Windows-Schadsoftware stelle Mac-Schadsoftware zwar nur einen kleinen Teil der gesamten Viren dar, jedoch lasse sich durchaus ein Trend verfolgen, dass in Zukunft vermehrt Schadcode für Mac-Rechner auftauchen werde.
Das Gerücht, dass Apple-Rechner von Viren nicht angegriffen werden können, liegt also nicht einer von Apple genannten signifikant besseren Betriebssystemsarchitektur, sondern einem marktwirtschaftlichem Grundgedanken zugrunde. Es lohnte sich in der Vergangenheit schlicht und einfach kaum, für Apple-PCs Viren zu schreiben.
Ein weiteres Sicherheitsrisiko stellt die Politik Apples dar; die Prioritäten liegen nicht zwangsweise bei der schnellstmöglichen Beseitigung oder Behebung von Sicherheitslücken, wie es bei Microsoft öfter der Fall war und ist.
Laut einem kürzlich veröffentlichtem Artikel von Computerworld.com gibt es aktuell ein Problem mit einer Sicherheitslücke in „Microsoft Word für Mac“. Dem Bericht zufolge können Angreifer mit einer manipulierten doc-Datei im Anhang einer Email volle Kontrolle über Mac-Rechner erhalten. Wichtig zur Minimierung solcher Risiken seien regelmäßige Updates dieser Software.
Zuletzt wurde bekannt, dass ein Mac-Bot-Netzwerk, welches über 550.000 infizierte Mac-Rechner umfasste, ausgehoben wurde. Diese Rechner wurden mit dem Trojaner „BackDoor.Flashback.39“ infiziert. Über Webseiten, welche die Benutzer auf verseuchte Webseiten umleiten gelangt der Trojaner in das System. Per Google-Suche sollen laut einiger Quellen mehr als vier Millionen verseuchte Webseiten gefunden worden sein. Auch hier gilt es, die aktuellen Sicherheitsupdates zu installieren.
Dass ausgrechnet ein Maicrosoft Programm (Word) für den Trojanerbefall verantwortlich sein könnte ist irgendwie höchst ironisch ;)